Dienstag, 24. März 2009

FOSSGIS 2009: GIS Community tagte in Hannover

Die größte deutschsprachige Konferenz für Freie und Open Source GI-Systeme, die FOSSGIS, fand vom 17. bis 19. März 2009 an der Leibniz Universität in Hannover statt. Die fast 500 Besucher kamen in diesem Jahr aus zahlreichen europäischen und auch außereuropäischen Ländern, um sich über aktuelle Open Source Entwicklungen in der Geoinformatik zu informieren und auszutauschen.

Nach einigen Grußworten von Günter Scholz und Prof. Dr. Monika Sester von der Leibniz Universität Hannover sowie Arnulf Christl (Präsident der Open Source Geospatial Foundation (OSGeo)) und Dr. Peter Löwe (FOSSGIS e.V.), startete die Konferenz mit einem Vortrag von Nico Reimers vom Institut für Rechtsinformatik der Universität Hannover zum Thema "Wer ist schon James Bond? Qs Technik für jedermann". Nach weiteren sechs Lightning-Talks waren die Besucher für die nächsten Konferenztage sehr gut eingestimmt.

In 14 Vortragsblöcken von Dienstag bis Donnerstag präsentierte die FOSSGIS einen Querschnitt der aktuellsten Themen, wie Metadaten und INSPIRE, neuste WebGIS Entwicklungen, Freie Geodaten, Sichere Geodateninfrastrukturen, Forschung und Lehre , SensorWeb, Thematische Kartographie und andere. Alle Vorträge stehen in dem online verfügbaren Tagungsband zum Nachlesen bereit.

Neben dem sehr interessanten Vortragsprogramm fanden auch zahlreiche Anwender- und Entwicklertreffen zu Mapbender, OpenStreetMap, Quantum GIS und dem UMN MapServer statt. Als Besonderheit reiste Tim Sutton, einer der Kernentwickler von Quantum GIS, als Special Guest aus der internationalen FOSS4G-Szene aus Südafrika an, um die Anwendertreffen mit einem Bericht über "QGIS, Evolution of a user friendly desktop FOSS GIS application" einzuläuten und alle Teilnehmer zu motivieren, sich aktiv einzubringen.

Die Finanzierung der kostenfreien Konferenz konnte, neben der Unterstützung durch die zahlreichen Sponsoren, auch 2009 durch interessante Workshops ermöglicht werden. Diese praxisnahen Intensivkurse zu vielfältigen Themen werden meist von den Entwicklern selbst geleitet, so dass neueste Features kombiniert mit Grundlagenfunktionen von kompetenten Leitern an die Teilnehmer vermittelt werden können. Eine Mischung, die sich in den letzten Jahren etabliert hat und eine hervorragende Chance für die Konferenzteilnehmer ist, die Projekte kennen zu lernen.

Nicht zu vergessen ist die mittlerweile fast legendäre Abendveranstaltung am ersten Konferenzabend. Fast 200 Besucher kamen nach einem gelungenen Konferenzauftakt und diskutierten noch bis spät in die Nacht bei Open Source Bier der HBX Brauerei Hannover ausgiebig weiter.

Der FOSSGIS e.V. nutzte die Konferenz zum Abhalten seiner jährlichen Mitgliederversammlung, zu der wieder einige Mitglieder hinzugewonnen werden konnten. Erstmalig zeigte sich der wachsende Verein in neuer Größe und die Beschlüsse der Mitgliederversammlung zeigen deutlich, wie der Verein auch in Zukunft seine Funktionen im Bereich OSGeo und OpenStreetMap wahrnehmen möchte. Gleichzeitig bekräftigte die Mitgliederversammlung das deutliche Ziel, Open Source Projekte im Geobereich und Projekte zu freien Geodaten noch stärker zu fördern, als dies in den Vorjahren bereits der Fall war.

Bernhard Reiter von der Free Software Foundation Europe (FSFE) schloss die Konferenz mit einem pointierten Abschlussvortrag, so dass ein knappes Jahr Zeit bleibt, sich auf die nächste FOSSGIS-Konferenz zu freuen und vorzubereiten.

Die FOSSGIS wurde gemeinsam von der internationalen OSGeo Foundation und dem FOSSGIS e.V. (der auch die Vertretung der OSGeo Foundation für den deutschprachigen Raum ist) veranstaltet. Organisatorisch wurde die FOSSGIS durch ein engagiertes Organisationsteam in den letzten Monaten begleitet und unterstützt. Die Konferenz konnte durch die Sponsorengelder der ausstellenden Unternehmen (Messe_Sponsoring_2009) und die Workshopteilnahmen finanziert und erneut ohne einen Teilnehmerbeitrag durchgeführt werden.

Die Leibniz-Universität Hannover stellte ihre Räumlichkeiten und die notwendige technischen Infrastruktur für die Konferenz zur Verfügung. Die nächste FOSSGIS wird im Frühjahr 2010 stattfinden, nähere Informationen dazu finden sich in Kürze auf der Homepage der FOSSGIS.

http://www.fossgis.de/konferenz

Montag, 23. März 2009

Map and Positioning Engine (MPE): NAVTEQ stellt neue Entwicklerplattform vor

NAVTEQ, Anbieter digitaler Kartendaten für Fahrzeugnavigation und ortsbezogene Lösungen, stellt seine neue „Map and Positioning Engine“ (MPE) als Entwicklerplattform vor. Dabei handelt es sich um eine komplette Evaluierungslösung. Sie ist erhältlich über NAVTEQ und kann die Entwicklung von kartenbasierten Spritspar- und Fahrassistenzsystemen (Advanced Driving Assistance Systems – ADAS) beschleunigen. Diese sind entweder in der elektronischen Steuereinheit des Fahrzeugs (CAN-Bus) oder in anderen sensorbasierten oder elektronischen Kontrolleinheiten integriert.

Die MPE-Plattform unterstützt die Strategie, ADAS-fähige Karten und den „Electronic Horizon“ in das Fahrzeug zu integrieren, um eine Vielzahl von Anwendungen zu ermöglichen. Dazu zählen Fahrassistenzsysteme, aktive Sicherheitslösungen oder Systeme, die zur Spritersparnis beitragen und die CO2-Emissionen reduzieren. Damit können derartige Anwendungen auch in Fahrzeugen zum Einsatz kommen, in denen weder ein Navigationssystem noch navigierbare Kartendaten vorhanden sind.

Die MPE-Entwicklerplattform ist eine Erweiterung der NAVTEQ MPE-Referenzlösung. Sie umfasst die MPE-Karte, die patentierte Electronic Horizon-Technologie, einen MPE On-Board Unit (OBU)-Prototypen mit GPS und Software, GPS-Antennen und Kabeln sowie eine Demonstrationssoftware für Testzwecke und zur Evaluierung des MPE-Konzepts.

Der Prototyp OBU entstand in Zusammenarbeit mit STMicroelectronics, dem Partner der NAVTEQ MPE-Referenzlösung, und wurde auf einem Board im Fahrzeug implementiert. STMicroelectronics ist das erste Unternehmen, das den MPE OBU implementiert. Der Prototyp verfügt über vorinstalliertes NAVTEQ MPE-Kartenmaterial und MPE-Softwaremodule. Dazu zählen die Berechnung der Fahrzeugposition, der Zugriff auf die digitalen Karten, der Electronic Horizon, die ADAS Interface Specification (ADASIS) und die CAN-Bus-Schnittstelle. Dieses Paket beinhaltet die gesamte Hardware, Software und sämtliche Daten, die für die Implementierung von MPE notwendig sind. Weitere OBU-Beispiele sind mit der MPE-Entwicklerplattform verfügbar.

Hauptbestandteil der MPE-Referenzlösung ist die NAVTEQ MPE-Karte, mit Informationen zur Geometrie und spezifischen Attributen, die für ADAS-Anwendungen nötig sind. Dazu zählen zum Beispiel genaue Angaben zu Steigungen und Kurven – unerlässlich für ADAS- und Spritsparsysteme. NAVTEQ baut auch weiterhin die Vielzahl der Attribute in Nordamerika und Westeuropa aus.

„Die Resonanz auf unsere MPE-Strategie war sehr groß“, erklärt Bob Denaro, NAVTEQ Vice President bei ADAS. „MPE integriert die digitalen Karten in die Sensor- und Kontrollsysteme des Fahrzeugs und kann so den Fahrer über potentielle Gefahren auf der Straße informieren. Mit der MPE-Entwicklerplattform können Designingenieure und Forscher umgehend Konzepte implementieren, testen und die Daten des neuen preisgünstigen Konzepts analysieren. So ist es möglich, die digitalen Karten in allen Fahrzeugmodelle anzubieten.“

NAVTEQ
NAVTEQ ist ein Anbieter umfassender Karteninformationen für Fahrzeug-Navigationssysteme, mobile Routenführer, Kartenlösungen im Internet sowie Behörden- und Geschäftslösungen. NAVTEQ erstellt digitale, navigierbare Geodaten, die weltweit Navigation und ortsbezogene Lösungen (Location-based Services) unterstützen. Das Unternehmen wurde 1985 gegründet. Der Firmensitz ist in Chicago, Illinois. NAVTEQ beschäftigt mehr als 4.000 Mitarbeiter und verfügt über 196 Büros in 36 Ländern. Der europäische Hauptsitz befindet sich im niederländischen Veldhoven. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.navteq.com

Stellenausschreibung: Professur im Studiengang "Wirtschaftsingenieurwesen Geoinformation"

An der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist im Fachbereich Bauwesen und Geoinformation am Studienort Oldenburg zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine neu zu besetzende Professur im Studiengang "Wirtschaftsingenieurwesen Geoinformation" zu besetzen.

Die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber soll Lehrveranstaltungen im Gebiet der Geoinformationswirtschaft gestalten und durchführen. Den Schwerpunkt der Lehre bildet der neugegründete Bachelor-Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen Geoinformation“, dessen weiterer Aufbau und Entwicklung in den Aufgabenbereich der ausgeschriebenen Professur fällt. Daneben wird die Fähigkeit und Bereitschaft erwartet, Lehraufgaben in Grundlagenfächern und in den anderen Bachelor- und Master-Studiengängen des Fachbereichs Bauwesen und Geoinformation sowie Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung zu übernehmen. Die Forschungsinteressen sollen durch Projekte und Technologietransfer in die Arbeit der Hochschulinstitute eingebracht werden.

Die Hochschule erwartet als Bewerberinnen und Bewerber Fachleute mit Hochschulabschluss und Berufspraxis in den Bereichen Geoinformation, Wirtschaftswissenschaften und insbesondere in der Verbindung dieser beiden Bereiche. Erfahrungen in mehreren der nachfolgend genannten Fachgebiete werden vorausgesetzt: Geo-Business, Geo-Marketing, Infrastrukturplanung, Logistik, Standortanalyse und Wirtschaftsgeografie.

Weitere Informationen:
http://www.fh-oow.de/verwaltung//downloads/199/ol_23032009.shtml